Penumbra, 2025

Photo ©Yoana Tuzharova
RGB LEDs, controllers, power supplies, electrical wiring, dispersion paints, varnishes/lacquers, MDF boards, particle boards/fiberboard
Center for International Light Art, Unna
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​PENUMBRA ist eine immersive Lichtinstallation, die die subtile Grenze zwischen Licht und Schatten, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Realität und Illusion erforscht. Der Titel verweist auf den Halbschatten – einen Zwischenzustand, in dem Licht teilweise blockiert wird und neue Wahrnehmungen entstehen. In der Arbeit wird Licht durch Überlagerung, Reflexion und Interaktion mit Oberflächen und Farbkörpern zu einem physischen Erlebnis, das sich ständig wandelt. Labyrinthartige Farbflächen strukturieren den Raum, schaffen Nischen und Ecken und laden die Besucher:innen ein, ihn zu erkunden. Dabei verändert jede Bewegung die Licht- und Farbdynamik, sodass die Installation zu einem lebendigen, sich stetig transformierenden Gesamtkunstwerk wird. PENUMBRA verbindet traditionelle malerische Techniken mit digitalen und analogen Lichtverfahren, vereint additive und subtraktive Farbmischung und verwandelt Licht selbst in einen aktiven Bestandteil des künstlerischen Prozesses.
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PENUMBRA is an immersive light installation exploring the subtle boundary between light and shadow, visibility and invisibility, reality and illusion. The title refers to the penumbra – a transitional state where light is partially blocked, creating new perceptions. Light interacts with surfaces and pigments, transforming into a physical, constantly changing experience. Labyrinthine color fields structure the space, forming niches and corners that invite visitors to explore, while their movement continuously alters the interplay of light and color. The work combines traditional painting techniques with digital and analog light methods, merging additive and subtractive color mixing, and turning light itself into an active component of the artistic process.
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Über die Lichtarbeiten von Yoana Tuzharova
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In ihrer Licht- und Farbmalerei erweitert Yoana Tuzharova das künstliche Licht über seine immaterielle Erscheinung hinaus zu einem integralen Bestandteil des malerischen Prozesses: Licht macht Farbe nicht nur sichtbar – es wird selbst zur Farbe. Während in der klassischen Malerei Licht eine neutrale rolle spielt, primär zur Modellierung von Helligkeit und Schatten dient, fungiert es in Tuzharovas Arbeiten als farbgebendes Material.
Die Transformation realisiert sie durch die Verbindung klassische Maltechniken – wie Tempera-, Lack- und Acrylmalerei auf selbst geformten, grundierten Holzwerkstoffen oder Leinwänden – mit elektronisch gesteuerten RGB-LED-Systemen, die spektrales Licht erzeugen. Diese hybride Arbeitsweise erweitert die Möglichkeiten der Farbmischung, indem additive und subtraktive Farbsysteme simultan wirken.
Der Raum spielt dabei eine zentrale Rolle: Licht benötigt Raum, um seine Wirkung zu entfalten. Kollagierte Farbflächen gliedern die Wandobjekte, erzeugen Barrieren, Nischen und Ecken. Der Bildraum bleibt dabei stets im Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, zwischen Offenlegung und Verhüllung. Die Betrachter*innen durchwandern ihn optisch und erleben fortlaufend neue Licht- und Farbüberlagerungen, die sich erst durch aktive Erkundung erschließen. Jede Bewegung verändert die Wahrnehmung, jede Interaktion von Licht und Farbe eröffnet eine neue Dimension der ästhetischen Erfahrung.
Raum, Licht, Fläche und Farbe verschmelzen zu einer Einheit, die sich immer wieder neu definiert. Tuzharovas Wandarbeiten laden dazu ein, den Übergang von Stofflichkeit zu Licht zu erleben – eine Erfahrung, die tief in unsere Wahrnehmung eindringt und uns daran erinnert, dass Sehen ein aktiver, lebendiger Prozess ist, der über das rein Sichtbare hinausgeht.
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