bitte nehmen sie platz , 2020

 

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bitte nehmen sie platz
Ausstellungsansicht
Massivholz, Lackfarbe
Kunst am Rand 
Kunst im öffentlichen Raum, Münster
2020

bitte nehmen sie platz

Kunst am Rand, Kunst im öffentlichen Raum

Holz, Lack, Stahl
B162xH84xT70cm
Münster, 2020

 

Drei Theaterstühle sind in realen Maßen aus Massivholz nachgebaut, und mit weißem Schutzlack lackiert. Zwei der
Stühle sind verwendbar. Der dritter steht fest zugeklappt und frei. Dieses Element öffnet einen Raum für diskursiven Austausch
zwischen unerwartete und geplante Begegnungen und Situationen. Die Skulptur wird im öffentlichen Raum (in einer
Shopping Straße, am öffentlichen Platz, im Park, Wald oder auf der Wiese ) platziert. Durch die Versetzung des
Standortes dieser Gegenstände von einem traditionellen theatralischen Kontext in eine neue öffentliche performative
Situation, rückt in den Focus die Frage nach der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation, deren Auftritt
direkt vor unseren Füßen stattfindet. Welche Rolle werden wir auf diesem Podium selber spielen, steht uns frei. Konsumrausch,
Klimawandel, fake news, Migration, “Smartphone addiction”. Die spektakuläre Bühne der Realität bring in der
Arbeit eine schöpferische Kraft, die nur durch eine aktive Beteiligung möglich ist. Die Annäherung zwischen einer klassischen
Formgestaltung und einem zeitgenössischen Schauplatz ist eins der Fundamente, welches diese Arbeit ausmacht.
Durch die Präsenz dieser Skulptur im öffentlichen Raum wird man aufgerufen/eingeladen sich zu setzen und aus der dynamischen
rauschhaften Situation inne zu halten. Ein Entzug von der gewöhnlich dynamischen Position findet hier statt.
Perspektivwechsel, Aufmerksamkeit, Reflexion, die Präsenz des Moments bewusst wahrzunehmen. Durch das Hinsetzen
entsteht eine Metamorphose. Von Akteur aus dem Wagnis der Straße transformiert man sich in einen Zuschauer, Betrachter
des Ereignisses. Steht man auf, so wird man wieder Teil des Spektakels. Die Trennlinie zwischen Bühne und Zuschauerraum
werden dabei aufgelöst.
Die Flut alltäglicher Natur- und Straßengeräusche, Handlungen, Situationen, zwischenmenschlicher Verhältnisse erzeugen
ein dramatisches choreografisches „Gesamtkunstwerk“, auf welches der durch die Skulptur initiierte Perspektivwechsel
aufmerksam macht.


Die Arbeit wechselt ihrer Platz während der Ausstellung am nördlichen Rand von Kinderhaus

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