bitte nehmen Sie platz , 2019

 

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Ausstellungsansicht
Massivholz, Lackfarbe
"Wagnis.Wagner" 
Kunst im öffentlichen Raum, Minden
2018-19
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“Wagnis.Wagner”

Kunstprojekt anlässlich des Ring des Nibelungen 2019

bitte nehmen Sie platz

Künst im öffnetlichen Raum

Holz, Lack, Stahl
B162xH84xT70cm
Minden, 2019

Drei Theaterstühle aus dem Stadttheater Minden, sind in realen Maßen aus Massivenholz nachgebaut, Zwei der Stühle sind verwendbar. Der dritter steht zugeklappt und frei. Dieses Element öffnet einen Raum für diskursiven Austausch zwischen unerwartete und geplante Begegnungen und Situationen. Die Skulptur ist in dem Minden- innerstädtischen Raum (eine Shoping Straße, ein Shoping Center) platziert. Durch die Versetzung des Standortes dieser Gegenstände von einem traditionellen theatralischen Kontext in eine neue öffentliche performative Situation, rückt in den Focus die Frage nach der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation, deren Problematik direkt vor unseren Füße stattfindet. Welche Rolle werden wir auf diesem Podium selber mitspielen, steht uns frei. Konsumrausch, Klimawandel, fake news, Migration, “Smartphone addiction”. Die spektakuläre Bühne der Realität bring in der Arbeit eine schöpferische Kraft, die nur durch eine aktive Beteiligung möglich ist. Die Annäherung zwischen einer klassischen Formgestaltung und einem zeitgenössischen Schauplatz ist eins der Fundamente, welches diese Arbeit ausmacht.
Durch die Presenz dieser Skulptur in einer Einkaufsstraße wird man aufgerufen/eingeladen sich zu setzen und aus der dynamischen rauschhaften Situation inne zu halten und zum Zuschauer zu werden. Perpsektivwechsel, Aufmerksamkeit, Reflexion, die Präsenz den Moments bewusst wahrzunehmen. Durch das Hinsetzen entsteht eine Metamorphose. Von Akteur aus dem Wagnis der Straße transformiert man sich in einen Zuschauer, Betrachter des Erreignisses. Steht man auf, so wird man wieder Teil des Spektakels. Die Trennlinie zwischen Bühne und Zuschauerraum werden dabei aufgelöst.
Die Shopping- Meile wird zur Bühne verwandelt. Der kulissenhafte Moment jeder Einkaufsstraße wird dadurch enthüllt/entblößt. Die schicken Leuchtkästen, bunte Markenzeichen und Logos, die prächtig gestalteten Schaufenster bilden eine Arena in der stets um die Aufmerksamkeit des Publikums gekämpft wird.
Die Flut alltäglicher Geräusche, Handlungen, Situationen, zwischenmenschlicher Verhältnisse aus dem hoch frequentierten Stadtkern erzeugen ein dramatisches choreografisches „Gesamtkunstwerk“, auf welches der durch die Skulptur initiierte Perspektivwechel aufmerksam macht.

 

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